Weg mit dem Text!

Er taucht ja immer wieder gerne auf. Gesprochen aus tiefster Überzeugung oder einfach nur nachgeplappert; mit hochgezogener Augenbraue, in stiller Verzweiflung oder als subtiler Vorwurf. Er, steter Begleiter der Ein-Bild-sagt-mehr-als-tausend-Worte-Fraktion, Provokateur und Nadelspitze aller Schreibenden. Ein so schüchtern wirkender und doch so überraschend fortpflanzungsfreudiger Satz:

»Das liest doch eh keiner!«

Und wissen Sie was? In ebendiesem Satz steckt mehr Wahrheit, als uns Schreibern lieb sein kann. Überall nämlich, wo die Grafik noch 2,4 Quadratzentimeter freiließ, wird Text hingepackt. Die Ecke is‘ ja noch frei. Wäre ja Verschwendung. Zahlt man ja mit beim Druck. Is‘ ja inklusive im Hosting-Paket. Muss man also ausnutzen. Kann man ja noch was sagen. Oder auch nix sagen und einfach nur was hinschreiben. Irgendwas mit Service oder Mehrwert oder Nachhaltigkeit zum Beispiel. Passt immer!

Ja, in den meisten Fällen stimmt’s tatsächlich: Das liest wirklich keiner. Außer uns Schreibern vielleicht. Wir haben, was das anbetrifft, eine Tendenz zur Selbstqual. Das ist wie eine Sucht. Wir lesen fast alles. Um uns anschließend oft stumm unter Schmerzen zu winden, uns verstohlen Tränen von den Wangen zu wischen oder rund 200 Gramm conchiertes Nougat in Tafelform zu uns zu nehmen – Essen ist Trost.

Ich apellier‘ an Ihren Kopf und an Ihr Herz: Lassen Sie bitte den Text weg. Den, den keiner braucht. Den, den keiner lesen will. Weil er einfach nur da steht. Und nichts zu sagen hat.

Lassen Sie die 2,4 Quadratzentimeter frei.
Machen Sie sich und Millionen Leser, Grafiker und Schreiber ein kleines bisschen glücklicher…

Hier rumpelt’s Stilzchen

Na hoppla, jetzt sind Sie im Archiv gelandet!
Macht nichts, kein Problem. Die Tür stand ja offen. Also keine Scheu, kommen Sie ruhig noch ein bisschen näher. Hier finden Sie alles, was ich nicht wegwerfen kann oder will. So auch die Texte meiner ersten Website aus dem Jahr 2008.
Gesundheit! Ja, es ist tatsächlich etwas staubig hier.
Aber wenn Sie das nicht weiter stört, dürfen Sie gerne auf dem Sofa links in der Ecke neben dem Weinregal Platz nehmen. Dort lässt es sich besonders kommod schmökern. Rufen Sie, wenn Sie einen Kaffee wollen? (Oder einen Korkenzieher.) Ich bin ganz in der Nähe.


ARCHIV, Website 2008, Startseite


Hier rumpelt’s Stilzchen

Es war einmal eine junge Frau mit einer großen, großen Leidenschaft: Worte.

So begann sie also, besonders schöne Exemplare zu sammeln.
Große und kleine, einfache und zusammengesetzte, leichte und schwere, vertraute und fremde. Es wurden mehr und mehr, und schon bald eroberten sie jeden erdenklichen Raum. Manche von Ihnen waren ernst und nachdenklich, manche witzig und humorvoll, einige voll Neugier und Mut, andere wiederum verführerisch oder gar poetisch. Sie schmiegten sich in unterschiedlichste Formen, sie ließen sich in die schönsten Sätze verwandeln. Doch irgendwann kam, was kommen musste: Es wurde zu eng. Auf den vielen Zetteln und in den Notizbüchern, auf den Skizzenblöcken, in den Dokumenten und Dateien war kein Platz mehr.

Nun ist es kein Geheimnis, dass Worte zuweilen sehr kapriziös sein können. Insbesondere, wenn man sie einengt. Sie wurden unruhig, dann vorlaut und schließlich ungehalten. Sie nörgelten und quengelten und trugen ihre Forderungen vor: Keine Massenhaltung in übervollen Notizbüchern, keine Unterbringung in Schubladen, keine Passwörter für ihre Dateien. Sie wollten von anderen Menschen gesehen und gelesen werden, sie wollten reisen und andere Papiersorten kennenlernen, wollten neue Medien füllen, Sprachen wechseln und gemeinsam mit den schönsten Bildern die Welt erobern. Bei Nichterfüllung, so drohten sie, würden sie schlichtweg verblassen bis zur Unsichtbarkeit.

Besorgt um das Wohlergehen der Worte und beeindruckt von deren Vehemenz, beschloss die junge Frau, den Forderungen nachzukommen. Respektvoll und behutsam errechnete sie ihren Marktwert und begann, sie zu verkaufen. Meist mehrere auf einmal, verbunden zu besonders schönen Sätzen. Als pfiffigen Claim oder Slogan zum Beispiel, als attraktive Headline oder als unwiderstehliche Produktbeschreibung. Sie arrangierte ihre geliebten Worte mit all ihrem Herzblut, Zweck und Ziel des zukünftigen Einsatzortes immer fest vor Augen. Sie wurden zu Werbebriefen und Einladungen, zu Pressetexten, zum Herzstück von Broschüren und Flyern, sie füllten Anzeigen und Webseiten.

Die Worte waren überglücklich. Und sehr, sehr stolz auf das Erreichte. Und doch schämten sie sich ein wenig für den rabiaten Weg, den sie gegangen waren. Würde bekannt werden, wie energisch und angriffslustig sie ihre Forderungen einst durchgesetzt hatten, würde sie dann noch jemand wollen? Würden sie ihre neuen Besitzer dann trotzdem mit Stolz erfüllen? Sie zweifelten und haderten, und schließlich beschlossen sie, dass dieses Geheimnis doch lieber für immer eines bleiben sollte. Wann immer nun wieder einige von ihnen ausziehen dürfen in die große Welt, formen sie sich beim Abschied kurz und kaum wahrnehmbar, aber sehr ehrfürchtig zum immer gleichen Satz:

Ach wie gut, dass niemand weiß …

***

Guten Tag,
ich bin Melanie Sandra Brand.
Ich bin freie Texterin.
Mein kleines Unternehmen heißt Fräuleinwunder.
Ich habe eine große, große Leidenschaft für Worte.

Warum ich sie verkaufe, wissen Sie ja jetzt.

Der Fluch der Akribik


ARCHIV, Website 2008, Unterseite: Netzwerk


Der Fluch der Akribik

Käpt’n Jack Sparrow kämpfte auf seiner Black Pearl ja mit so einigen Widrigkeiten.

Denken wir nur mal an die Bändigung mehrköpfiger und vielarmiger Meeresungeheuer. Oder an die klassischen Naturgewalten, an haushohe Brecher und orkanartige Stürme. Dann waren da noch die ständigen Raufereien um prall gefüllte Schatzkisten, glutäugige Piratenbräute und geheimnisvoll-vertrackte Seekarten. Rein logistisch gesehen, hätte er sich eigentlich ständig verzetteln müssen. Man wird ja auch meschugge, wenn man alles gleichzeitig, absolut perfekt und dazu noch ganz alleine machen möchte. Man nennt das auch den Fluch der Akribik.

Jack Sparrow war aber nicht unterzukriegen.
Er verzettelte sich auch nicht. Er trotzte dem Fluch. Ein Wunder? Nicht ganz. Er kannte einfach die richtigen Leute: versierte und unerschütterliche Haudegen, von denen er wusste, wer wann wo und wie zu finden war. Pirate-Networking sozusagen. So kam er nicht nur immer wieder schneller ans Ziel als so manche Königsflotte, sondern punktete dabei auch noch mit wirklich kreativen Lösungswegen!

Gut, Sie haben keine neunarmigen Kraken zu bekämpfen.
Aber Sie haben ein Recht auf ungeheuer viel Leidenschaft, wenn es um Ihre Projekte geht. Und die darf schon mal mehrköpfig sein, wenn es umfangreicher wird.

Für die größeren Abenteuer brauchen Sie noch lange kein größeres Schiff. Aber einen Partner, der die richtigen Leute kennt. Unfassbar kreative und beruhigend zuverlässige Seebären mit Erfahrung auf fast allen Weltmeeren. Haudegen, Sie wissen schon.

Sie haben einen Schatz gefunden!
Ich bin so unabhängig, flexibel und frei, wie es nur eine „Freie“ sein kann. Nur eines bin ich nicht: allein. Mein Netzwerk besteht aus ArtDirektoren, Grafikern, Illustratoren, Mediengestaltern, Web-Designern, Fotografen, Druckern und Logistikern.
Sturmerprobten, versteht sich.

Vom Texter zum Millionär


ARCHIV, Website 2008, Unterseite: Honorar


Vom Texter zum Millionär

Texten – so einfach lässt sich Geld verdienen? Aber ja! Und es macht auch noch Freude. Wer möchte nicht den ganzen Tag Papier und Desktop bespaßen?

Dass wir Texter aber eigentlich eine Gefahrenzulage bräuchten, weil wir nirgendwo mehr sicher sind, da uns immer, ständig und überall (und wenn ich sage überall, meine ich überall) eine noch bessere Idee, ein noch verblüffenderer Ansatz, ein noch passenderes Synonym, eine noch fulminantere Pointe überfällt, dass wir die Leserbrille noch nicht mal mehr zum Schlafen absetzen, dass jeder Text so individuell sein muss, als wäre es der erste seiner Art, dass allein der Aufwand für die Recherche und das völlige Eintauchen ins jeweilige Thema in keinem Verhältnis zum Ertrag steht, dass Texten nicht Schreiben, sondern in erster Linie Denken, gewissenhaftes, verantwortungsvolles, verbindliches und oft stundenlanges Nachdenken bedeutet, dass die V2A-Edelstahl-Regalkonstruktion `Manfred 7911´ mit dem gleichen Engagement betextet werden will, wie hauchzarte, sinnliche Seidenstrümpfe, dass es manchmal Stunden und Tage dauert, bis ein einziges Wort am richtigen Platz steht, dass Grammatik nicht gefühlt, sondern beherrscht werden muss, dass es nicht um die Wahl hübsch klingender Worte sondern um einen strategischen Kommunikationsweg geht, dass die jeweilige Unternehmensphilosophie am besten in jedem Wort der Produktbeschreibung subtil mitschwingt, dass Texten oft unfassbar anstrengend ist und so viel mehr als flapsige Claim-Spuckerei und dass ich diesen Satz jetzt noch nicht mal verwenden könnte, obwohl er meine ganze Leidenschaft besitzt, aber leider einer dieser langen langen, verwirrenden Schachtelsätze wurde, in denen ebendieser vielzitierte rote Faden gleich mehrere Knoten hat…
…das lassen wir dabei jetzt einfach mal außen vor.

Oder mit den Worten eines Kunden ausgedrückt (O-Ton):

»Auf Seite 9 muss rechts unten noch so ne Art Schlagwort hin, keine große Sache, nur dass der Kunde gleich weiß, dass wir in dem Bereich Branchenführer sind und das abgebildete Modell nicht über herkömmliche Plastikrollen, sondern über Vollkunststoffrollen mit integriertem, justierbarem Kugellager verfügt. Die sind nicht kaputtzukriegen, das müssten wir hier noch mal deutlich machen. Dann kann man auch gleich noch mal die Nachhaltigkeit rausstellen, für die wir stehen. Aber wie gesagt – mehr als ein, zwei Worte sollte es nicht sein. Ist ja auch kaum noch Platz.«

Jep. So schnell wird man reich!
Der Rest ist dann eigentlich Hobby.

Sie möchten auch so schnell Geld verdienen? Lassen Sie texten.
Sie suchen auch ein schönes Hobby? Lesen Sie!
Ich erstelle Ihnen in der Zwischenzeit gerne ein Angebot.

Zur Sache, Schätzchen


ARCHIV, Website 2008, Unterseite: Sachtexte


Zur Sache, Schätzchen

So, Schluss mit lustig. Ich kann auch ernst.

Sachtexte liefern Fakten. Sie informieren. Im Idealfall tun sie das funktional, logisch und verständlich. Aber sie können viel mehr!
Warum nur vermitteln, wenn man auch animieren könnte?
Warum nur informieren, wenn man auch verkaufen könnte?

Ist ein Sachtext emphatisch und sympathisch verfasst und gut strukturiert, liefert er neben der reinen Information auch noch Lesefreude, Lust, Spannung und Neugier aufs Produkt oder die Dienstleistung. So wird aus dem Sachtext ein sogenannter Mischtext, dder nicht nur informiert, sonder auch unterhält und (zum Kauf) animiert.

Mischtexte sind Sachtexte mit Mehrwert.
Sie machen das Schätzchen zum Schatz. Sie können, je nach Bedarf, glasklar und erfrischend sein wie ein Bergsee, gehaltvoll wie ein würzig duftender Tannenwald oder saftig und warm wie eine Almwiese in der Morgensonne.

Falls Sie jetzt eine leichte Sehnsucht nach Urlaub in den Bergen verspüren oder gar Heidi vor Augen haben, wissen Sie:

Es funktioniert.

Sie möchten ein Beispiel sehen?
Teilen Sie mir einfach kurz mit, zu welchem Thema. Ich lasse Ihnen gerne entsprechende Arbeitsproben zukommen. Rufen Sie mich an und wir kommen direkt zur Sache Schätzchen.

Pauch, Peine, Bo


ARCHIV, Website 2008, Unterseite: Lektorat


Pauch, Peine, Bo

Da wären sie mal wieder: Die viel beschriebenen Problemzonen. Man passt nur kurz nicht auf und zack – klebt wieder was an den falschen Stellen. Keine Panik! Ich übernehme auch gerne mal die Rolle des privaten Text-Trainers.

Beginnen wir mit ein paar Formatierungs-Übungen zum Aufwärmen. Die beleben so manchen trägen (Block-)Satz, erfrischen und lockern auf. Im Anschluss starten wir dann direkt das alphabetische Zirkeltraining: Grammatikalische und orthographische Speckröllchen werden gezielt eliminiert, müde Schachtelsätze werden zu knackig-runden Aussagen geformt, konturlose oder unebene Passagen werden gefällig gestrafft und überschüssige Worthülsen-Kalorien verbrannt.

Träge Botschaften bekommen frische Energie, der gesamte Text wird sicht- und lesbar attraktiver. Das tut Inhalt und Aussehen gut und gibt ein rundum neues Lesegefühl. Probieren Sie es aus!
Jeder Text kann sexy sein …

Welche Trainingsmethode darf’s denn sein?

Korrektorat
Ich überprüfe Ihren Text auf Fehler hinsichtlich Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.

Lektorat/Textoptimierung
Neben dem bereits beschriebenen Korrektorat geht es hier zusätzlich durch den Qualitäts-TÜV: Formatierung, Aufbau, Gliederung, Logik, Lesefreundlichkeit, Verständlichkeit, sprachlicher und stilistischer
Schliff – alles kommt auf den Prüfstand. Ihren Text oder Ihr Manuskript erhalten Sie anschließend so zurück, dass alle möglichen Verbesserungen klar ersichtlich, aber nicht unbedingt zwingend sind. Sie allein entscheiden, welche Vorschläge Sie letztendlich tatsächlich umsetzen. Also keine Bedenken, es bleibt Ihr Text!

Ran an den Speck!
Lassen Sie mir einfach Ihr Manuskript, Ihren Entwurf oder Ihren Text zukommen. Ich mache Ihnen gerne ein Angebot. Ob Sie sich das überhaupt leisten können? Mit Sicherheit. Weil Sie bei mir nur das bezahlen, was wir auch tatsächlich in Form bringen.
Verhandeln Sie solche Konditionen mal mit Ihrem Fitness-Studio …